EIN BISSCHEN GESCHICHTE

Das Genossenschaftswesen entwickelte sich Mitte des vorigen Jahrhunderts, als die erste Blütezeit der Industrie zur Landflucht führte und sich in den Städten arbeitswillige Menschen drängten, die allein hilflos und schwach, gemeinsam aber eine Wirtschaftsmacht waren. Das erkannte auch der Staat - der keineswegs ein Sozialstaat war.

Im Jahr 1889 beschloss der Reichstag ein Genossenschaftsgesetz. Seine zentrale Aussage: In Genossenschaften soll es eine unbeschränkte Haftung, wie bis dahin üblich, nicht geben. Das hieß, die Mitglieder hafteten nicht mehr mit ihrer gesamten Existenz, sondern mit der Höhe ihres Genossenschaftsanteils. Das derart begrenzte Risiko brachten die ersten Baugenossenschafent richtig in Schwung. Die Arbeiter und Handwerker, die ihr Erspartes zusammentaten, damit davon Häuser und Wohnungen gebaut würden, durften sich sicherer fühlen, einmal Miteigentümer zu sein.

Aus solchen Anfängen entwickelte sich ein gemeinnütziges Bauen, das in den 20er Jahren und noch einmal nach dem 2. Weltkrieg Millionen Menschen ein Heim beschaffte.

BASIS FÜRS BAUEN UND WOHNEN

Es ist wirklich so: Jedes Mitglied einer Baugenossenschaft hat ein Stimmrecht - eigentlich auch eine Stimmpflicht - mit dem es Entscheidungen über Wohl und Wehe seiner Genossenschaft beeinflussen kann. Ein wichtiger Unterschied beispielsweise zum Aktionär eines Wirtschaftsunternehmens ist dieser: Nicht wer am meisten Anteile hat, sondern wer abstimmt, hat das Sagen.

Wer allerdings davon ausgeht, die Geschäftsleitung werde es schon richten, ist nicht nur ein schlechter Demokrat. Er verschenkt auch die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen, auf Probleme aufmerksam zu machen, oder Ideen einzubringen. Er hat ja nicht nur eine Stimme zum Abgeben, sondern zum Reden, zum Beantragen, zum Gewinnen von Mehrheiten.

Und vergessen wir nicht: So scheinbar gering im Verhältnis zum Gesamtetat ein Genossenschaftsanteil ist, es kommt eine Menge Kapital zusammen, wenn alle Anteile addiert werden. Und es ist Ihr Geld, das die Basis bildet fürs Bauen und Wohnen bei Genossenschaften.

1919 - 2019: Unsere Jubiläumsfeier im Wittelsbacher Schloß Friedberg

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Am 29. März 1919 haben verantwortungsvolle Bürger unserer Stadt die Baugenossenschaft Friedberg eG ins Leben gerufen. Seit 100 Jahren ist unser gemeinnützig orientiertes Wohnungsunternehmen damit ein Garant für sicheres und bezahlbares Wohnen in unserer Stadt. Darauf sind wir stolz! Mit einem Festabend im Friedberger Schloß haben wir dieses Jubiläum in einem würdevollen Rahmen mit Wegbegleitern und guten Freunden unseres Hauses gefeiert. Für unsere Mitglieder werden wir unser einhundertjähriges Jubiläum mit einem Festabend am 28. Juni im Brauereigasthof St. Afra im Felde feiern. Vorstand und Aufsichtsrat freuen sich über eine gelungene Feier und sagen Danke an Alle, die mit ihrer Arbeit dazu beigetragen haben, dass wir bezahlbaren und sicheren Wohnraum für unsere Genossen zur Verfügung stellen können. Eine Bildergalerie dieser gelungenen Jubiläumsfeier finden Sie hier.

wiffertshauserOktober 2018
Die Baugenossenschaft Friedberg eG hat mit dem Neubau der Wohnanlage Wiffertshauser Str. 28 ihre Bauaktivitäten im Bereich Wiffertshauser Straße / Ekherstraße / Geistbeckstraße abgeschlossen. In einem Zeitfenster von rund 14 Jahren wurden alle sanierungsfähigen Gebäude der 1920er, 1950er und 1960er Jahre grundlegenden Generalsanierungen unterzogen und der Wohnungsbestand der Baugenossenschaft durch den Neubau von 108 Genossenschaftswohnungen in fünf neuen Wohnblöcken zeitgemäß und zukunftsorientiert ergänzt.

Aufnahmen Oktober 2018